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Der Wanderfalke fast ausgestorben
Wir Naturschützer freuen uns, diese schönen und seltenen Vögel
in Esslingen zu haben! Der rasante Flieger war vor 40 Jahren fast ausgerottet.
Grund: Pestizide und direkte Verfolgung oder Störungen
an den Brutplätzen durch Menschen. Direkte Verfolgung gab es durch
Aushorstung (für Falkenzucht und -jagd) und Taubenzüchter,
die Wanderfalken vergifteten, weil Tauben zur bevorzugten Beute des Falken
zählen. Unbeabsichtigte Störungen wurden unter anderem durch
Kletterer, Wanderer, Forstarbeiten und Wegebau verursacht. Über
Jahrzehnte wurden deshalb die Wanderfalkennester in der Brutzeit von
AGW-Mitgliedern rund um die Uhr bewacht. Die Bewacher opferten dafür
zum Teil mehrere Wochen Urlaub. Die AGW ließ Falkeneier auf
DDT untersuchen und konnte dessen verheerende Wirkung auf die Population
nachweisen. Sie setzte sich anschließend zusammen mit den
Naturschutzverbänden für ein Verbot von DDT ein und
erreichte, dass das Pestizid 1972 in Deutschland verboten wurde.
Auch gesetzliche Auflagen wie das Greifvogelschutzgesetz (1975), das
Biotopschutzgesetz (1992) und behördliche Kletter- und Begehungsverbote
brachten eine Verbesserung, mussten (und müssen) aber immer wieder
auch um- und durchgesetzt werden. Die AGW sorgte außerdem dafür,
dass den wenigen Wanderfalken optimale Brutplätze auf der Schwäbischen
Alb und im Schwarzwald angeboten werden konnten.
Dank der aufopfernden Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz
(AGW) hat der Bestand sich erholt. Gefährdungen gibt es jedoch
nach wie vor. Seit ein paar Jahren häufen sich Greifvogel-Vergiftungen
in Deutschland, denen auch der Wanderfalke zum Opfer fällt. Eine
Bedrohung sind außerdem Hybridfalken (Züchtungen aus Wander-
und Gerfalken) die ihren Haltern entfliegen und Wanderfalkenpaare von
ihren Brutplätzen verdrängen. Der beste Schutz für
bedrohte Tierarten ist es, wenn die Menschen sie kennen und schätzen
lernen und bereit sind, ihnen den nötigen Lebensraum zuzugestehen.
Diesem Ziel dient auch dieses Angebot an Sie, am Familienleben der Wanderfalken
teilzunehmen.
Neben dem hohen zeitlichen Aufwand, der von den ehrenamtlichen Mitarbeitern
bei NABU und BUND geleistet wurde, muss die ganze technische Ausstattung
aber auch finanziert werden. Wir freuen uns deshalb über jede Spende
zur Unterstützung unserer Aktivitäten für die Esslinger
Wanderfalken (Bankverbindung siehe rechte Spalte)!
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