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Sonntag, 05.09.2010
Wanderfalken

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Bemerkenswertes aus früheren Bruten
Die Brutsaison 2009

Das erste Ei wurde in der Nacht zum Dienstag, 3. März 2009, gelegt. Vier Eier wurden ausgebrütet.
Drei Männchen und ein Weibchen schlüpften zwischen dem 11. und 14. April. Die Jungvögel entwickelten sich zunächst alle gleich gut.


Das Weibchen beim Füttern der 4 Jungvögel 2009 Foto: BUND/W.Barth
Weibchen beim Füttern der 4 Jungvögel 2009 Foto: BUND/W.Barth

Der erste Jungvogel flog sehr früh am 18. Mai aus. Er schlitterte einige Meter das Kirchendach hinunter, fing sich kurz vor dem Absturz, flog auf das Schneebrett an der Dachtraufe des Kessler-Hauses und blieb dort mehrere Tage hocken – nach den Aufregungen des ersten Fluges hatte er offenbar die Lust an weiteren Ausflügen verloren. Erst in den letzten Tagen setzte er sich gelegentlich in Bewegung und flog mal auf die Spitze des Kessler-Dachs oder hinüber zum Südturm der Stadtkirche. Der zweite Jungfalke verließ den Horst am Freitag, 22. Mai, und ließ sich auf dem Kirchendach nieder. Am Sonntag, 24. Mai, wagte auch der letzte junge Wanderfalke, das Flugbrett zu verlassen und auf die Südturm-Brüstung zu fliegen.


Schöne Aussicht vom Flugbrett auf Esslingen Foto: BUND/W.Barth
Schöne Aussicht vom Flugbrett auf Esslingen
Foto: BUND/W.Barth

Ausgeflogen sind 2009 nur die drei jungen Männchen. Das junge Wanderfalken-Weibchen starb vor dem Ausfliegen. Werner Barth (BUND) entdeckte es tot neben der Einflugluke, als er die Kamera auf die Außenansicht umstellen wollte. Eine nachträgliche Auswertung des Bildmaterials ergab, dass es wohl schon längere Zeit gegenüber seinen Geschwistern in seiner Entwicklung zurückgeblieben war und kränkelte.


Vor dem Ausfliegen werden die Schwingen trainiert. Foto: BUND/W.Barth
Vor dem Ausfliegen werden die Schwingen trainiert.
Foto: BUND/W.Barth

Erst nachdem der letzte junge Wanderfalke den Horst verlassen hatte, konnten Jürgen Becht von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) und Wilhelm Alber vom NABU Esslingen den Kadaver aus dem Nistkasten holen und zur Untersuchung der Todesursache ins Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) nach Fellbach bringen. Vorher wäre die Gefahr zu groß gewesen, dass die noch nicht flüggen Jungen beim Öffnen des Kastens vom Flugbrett springen und abstürzen würden.
Vom CVUA wurden wir benachrichtigt, dass der Vogel schon zu weit verwest war, um ihn noch untersuchen zu können.

Es ist das erste Mal, dass einer der Esslinger Jungfalken vor dem Ausfliegen stirbt. Von den 25 Esslinger jungen Wanderfalken, die seit 2003 ausflogen, wissen wir nur von einem weiteren Todesfall nach dem Ausfliegen: 2006 verunglückte ein junger Terzel am Dick-Schornstein. Insgesamt waren die Esslinger Wanderfalken bei der Jungenaufzucht damit sehr erfolgreich.



Die Brutsaison 2008

Notlandung: Jungfalke Foto: A. Navall
Notlandung: Jungfalke
Foto: A. Navall

war wieder sehr spannend:

· 26. Febr. 2008 lag das erste Ei im Nistkasten
· 4. März 2008: vier Eier lagen im Nest – Brutbeginn
· 5./6. April 2008: vier Jungvögel schlüpften (zwei Männchen, zwei Weibchen).

D. Francke öffnet den Käfig mit dem Jungfalken. Foto: NABU/C.Reimers
D. Francke öffnet den Käfig. Foto: NABU/C.Reimers
Samstag, 17. Mai 2008, 7.15 Uhr: Der erste Jungvogel wagte den Abflug - und landete auf dem Boden. Dort blieb er verdutzt und ängstlich sitzen. Ein Passant alarmierte den NABU-Mitarbeiter Gerhard Binder, der sich sofort auf den Weg machte. Doch die Polizei war noch schneller, hatte den Ausflügler bereits eingefangen und war bereits auf dem Weg zum Tierarzt.

Da der Vogel unverletzt war, gab der Tierarzt ihn im Tierheim ab. NABU-Mitarbeiter Ralf Hilzinger und Dietrich Francke holten ihn dort ab, stiegen mit ihm auf den Turm und setzten ihn wieder in den Nistkasten.

R. Hilzinger setzt den Falken in den Nistkasten zurück. Foto: NABU/C.Reimers
R. Hilzinger setzt den Falken in den Nistkasten. Foto: NABU/C. Reimers

 

Der junge Falke ließ alles lammfromm über sich ergehen, und während seine Eltern aufgeregt rufend um den Kirchturm kreisten, blieben zwei Geschwister auf dem Flugbrett hocken; der Dritte nahm unbeeindruckt weiter seine Mahlzeit ein. Die Befürchtung, dass gleich der Nächste vor Schreck abspringen und auf dem Boden landen würde, war zum Glück gegenstandslos.

Bis zum 21. Mai 2008 waren alle Jungvögel ausgeflogen.



Die Brutsaison 2007

Junges Wanderfalkenweibchen auf dem Innenhof des Kesslerhauses. Foto: Eberhard KaiserErinnern wir uns: Am 3. März 2007 lag das erste Wanderfalken-Ei im Nistkasten; drei weitere Eier kamen hinzu. Am 12. April 2007 saßen vier junge Wanderfalken in der Nestmulde (zwei Weibchen und zwei Männchen).

Am 18. Mai 2007 flog das erste Wanderfalken-Weibchen aus. "Gogo", wie die Mitarbeiter der Sektkellerei Kessler sie tauften, sorgte für einige Aufregung: Da sie sich tagelang nicht rührte, alarmierten Passanten die Feuerwehr. Als die Feuerwehrleute anrückten, bewies Gogo, dass sie sehr wohl fliegen konnte, und entflog auf das Kirchendach. Am 22. Mai 2007 landete sie auf dem weitläufigen Dach des Kesslerhauses und traute sich nicht mehr herunter.


 

          

Junges Wanderfalkenweibchen auf dem Innenhof des Kesslerhauses. Foto: Eberhard Kaiser
Rettungsaktion: Junges Wanderfalkenweibchen wird vom Dach des Kesslerhauses geholt.
Foto: Eberhard Kaiser,
Fa. Kessler Sekt

Dietrich Francke musste sie mit Hilfe von Georg Blanz (Untere Naturschutzbehörde) wieder befreien. Am 26. Mai 2007 waren alle Jungen ausgeflogen.


Putzete bei den Wanderfalken

Ende Oktober 2007 rückten Esslinger NABU-Mitarbeiter zur Putzaktion an: Der Nistkasten wurde gründlich gesäubert und mit frischem Sand und Kies ausgestreut. Walter Schankula, Florian Stifel und Hagen Streitzig leisteten dabei Schwerarbeit – schließlich waren insgesamt mehr als zehn Eimer Sand und Kies in den steilen Turm hinaufzutragen.

Putzteam: Florian Stifel, Hagen Streitzig, Walter Schankula
Das Putzteam im Oktober 2007: Florian Stifel, Hagen Streitzig, Walter Schankula Foto: G.Binder
 
Tauben-Eier Foto: G.Binder
Taubeneier Foto: G.Binder
 
Im Nistkasten fanden sie zwei weiße Tauben-Eier. Sie vermuten, dass eine Stadttaube die Eier nach dem Ausfliegen der vorjährigen Jungfalken in den Nistkasten gelegt, aber nicht ausgebrütet hat.
Weitere Infos:
 
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