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Sonntag, 05.09.2010
Wanderfalken

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Zwei rotbraune Wanderfalkeneier Foto: Werner Barth
Zwei rotbraune Wanderfalkeneier Foto: Werner Barth
Die Entwicklung der Jungvögel:

Jungfalken, etwa 3 Wochen alt Foto: BUND/W.Barth
Jungfalken, etwa 3 Wochen alt Foto: BUND/W.Barth
Die Jungvögel haben zunächst schneeweiße Dunen, die sich innerhalb der nächsten zwei Wochen auf dem Rücken und den Flügeln in ein helles Grau umfärben. Ihre Augen öffnen sie vollständig erst am vierten Tag nach dem Schlüpfen. In den ersten acht Tagen werden sie vom Weibchen fast rund um die Uhr gehudert, d. h. unter ihrem Körper und den Flügeln gewärmt. Wenn die Mutter sie für kurze Zeit verlässt, rücken die Jungen zusammen und wärmen sich gegenseitig. In der ersten Woche schlafen sie noch viel. Wenn sich nach zwei Wochen die ersten Blutkiele an Wangen und Schultern zeigen, werden die Jungen tagsüber kaum noch gehudert. Nach etwa 17 Tagen sind die Spitzen der Schwanz- und Schwungfedern zu erkennen. Etwa zu dieser Zeit werden die Jungvögel beringt. Mit 22 bis 23 Tagen können die Jungvögel stehen und schlagen oft mit den Flügeln. Handschwingen und Stoßfedern sind mit 4 Wochen schon gut entwickelt. Nach etwa 5 Wochen ist das Jugendkleid schon gut sichtbar, aber noch mit Dunen durchsetzt.

Jungfalke wird beringt Foto: NABU
Jungfalke wird beringt Foto: NABU
Während der ersten zwei Wochen schafft ausschließlich der Terzel die Nahrung für die Jungen und das Weibchen herbei. Er legt die Beute (Vögel bis Taubengröße) vor dem Weibchen ab, das sie zerpflückt und in kleinen Bröckchen an die Jungen verfüttert. Anschließend bringen beide Eltern ihre Jagdbeute in den Nistkasten, aber bis zum 20.Tag wird die Beute ausschließlich von der Mutter an die Jungen verfüttert. Erst danach füttert auch der Terzel die Jungen direkt. Die Jungen zerreißen mit vier Wochen kleine Beutetiere schon selbständig und entreißen den Altvögeln die Beutestücke, statt darauf zu warten, dass sie ihnen in den Schnabel gestopft werden.

Jungfalken kurz vor dem Ausfliegen Ende Mai 2006Die Jungen fliegen nach etwa 6 Wochen aus, wobei die Terzel unter den Jungvögeln oft früher ausfliegen als die jungen Weibchen. Nach dem Ausfliegen bleibt die Familie noch etwa 6 bis 7 Wochen zusammen, bis die Jungen gelernt haben, sich selbst zu versorgen. Sie müssen danach das Revier der Eltern, das bis zu 30 km² groß sein kann, verlassen. In der Nähe des Brutplatzes sind aber auch die Altvögel erst wieder zu sehen, wenn sie mit der nächsten Balz beginnen (meistens im Januar / Februar).

Wandern die Wanderfalken?

Wie Ringfunde ergeben haben, trägt der Wanderfalke in Deutschland seinen Namen zu Unrecht: Die Altvögel bleiben meistens im Revier und erweitern lediglich ihr Jagdgebiet. Auch die jungen Männchen bleiben überwiegend in Deutschland. Unsere Wanderfalken aus dem Kreis Esslingen und auf der Alb ziehen über den Winter allenfalls bis nach Franken und Bayern, einige auch nach Hessen und ins Rheinland. Am weitesten wandern einige junge Weibchen, aber auch sie kommen maximal bis Südfrankreich und meistens nicht bis an das Mittelmeer. Lediglich die Wanderfalken Nordeuropas (Skandinaviens) sind Zugvögel und überwintern in Mittel- und Südeuropa, in geringerer Zahl auch in Afrika.

Weitere Informationen über den Wanderfalken, auch zur Brut und Jungenaufzucht, finden Sie unter der Rubrik "Steckbrief".

Weitere Infos:
 
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