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| Zwei rotbraune Wanderfalkeneier Foto: Werner Barth |
Die Entwicklung der Jungvögel:
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| Jungfalken, etwa 3 Wochen alt Foto: BUND/W.Barth |
Die Jungvögel haben zunächst schneeweiße Dunen,
die sich innerhalb der nächsten zwei Wochen auf dem Rücken und
den Flügeln in ein helles Grau umfärben. Ihre Augen öffnen
sie vollständig erst am vierten Tag nach dem Schlüpfen.
In den ersten acht Tagen werden sie vom Weibchen fast rund um die Uhr
gehudert, d. h. unter ihrem Körper und den Flügeln gewärmt.
Wenn die Mutter sie für kurze Zeit verlässt, rücken die
Jungen zusammen und wärmen sich gegenseitig. In der ersten Woche
schlafen sie noch viel. Wenn sich nach zwei Wochen die ersten Blutkiele
an Wangen und Schultern zeigen, werden die Jungen tagsüber kaum noch
gehudert. Nach etwa 17 Tagen sind die Spitzen der Schwanz- und Schwungfedern
zu erkennen. Etwa zu dieser Zeit werden die Jungvögel beringt. Mit
22 bis 23 Tagen können die Jungvögel stehen und schlagen oft
mit den Flügeln. Handschwingen und Stoßfedern sind mit
4 Wochen schon gut entwickelt. Nach etwa 5 Wochen ist das Jugendkleid
schon gut sichtbar, aber noch mit Dunen durchsetzt.
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| Jungfalke wird beringt Foto: NABU |
Während der ersten zwei Wochen schafft ausschließlich
der Terzel die Nahrung für die Jungen und das Weibchen herbei.
Er legt die Beute (Vögel bis Taubengröße) vor dem Weibchen
ab, das sie zerpflückt und in kleinen Bröckchen an die Jungen
verfüttert. Anschließend bringen beide Eltern ihre Jagdbeute
in den Nistkasten, aber bis zum 20.Tag wird die Beute ausschließlich
von der Mutter an die Jungen verfüttert. Erst danach füttert
auch der Terzel die Jungen direkt. Die Jungen zerreißen mit
vier Wochen kleine Beutetiere schon selbständig und entreißen
den Altvögeln die Beutestücke, statt darauf zu warten, dass
sie ihnen in den Schnabel gestopft werden.
Die
Jungen fliegen nach etwa 6 Wochen aus, wobei die Terzel unter
den Jungvögeln oft früher ausfliegen als die jungen Weibchen.
Nach dem Ausfliegen bleibt die Familie noch etwa 6 bis 7 Wochen zusammen,
bis die Jungen gelernt haben, sich selbst zu versorgen. Sie müssen
danach das Revier der Eltern, das bis zu 30 km² groß
sein kann, verlassen. In der Nähe des Brutplatzes sind aber
auch die Altvögel erst wieder zu sehen, wenn sie mit der nächsten
Balz beginnen (meistens im Januar / Februar).
Wandern die Wanderfalken?
Wie Ringfunde ergeben haben, trägt der Wanderfalke in Deutschland
seinen Namen zu Unrecht: Die Altvögel bleiben meistens im Revier
und erweitern lediglich ihr Jagdgebiet. Auch die jungen Männchen
bleiben überwiegend in Deutschland. Unsere Wanderfalken aus dem
Kreis Esslingen und auf der Alb ziehen über den Winter allenfalls
bis nach Franken und Bayern, einige auch nach Hessen und ins Rheinland.
Am weitesten wandern einige junge Weibchen, aber auch sie kommen maximal
bis Südfrankreich und meistens nicht bis an das Mittelmeer.
Lediglich die Wanderfalken Nordeuropas (Skandinaviens) sind Zugvögel
und überwintern in Mittel- und Südeuropa, in geringerer Zahl
auch in Afrika.
Weitere Informationen über den Wanderfalken, auch zur Brut und Jungenaufzucht,
finden Sie unter der Rubrik "Steckbrief".
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