Rote Liste der Brutvögel Esslingens

Kartierungen 1992-95 und 2010 (Außenbereiche)

 

 

Grundlage für die Rote Liste Esslingens sind zwei Kartierungen, die 1992-1995 im Auftrag des Grünflächenamtes der Stadt und 2010 im Auftrag der NABU-Gruppe Esslingen zu den Brutvögeln in den Außenbereichen Esslingens durchgeführt wurden. Ergänzt wurden beide Kartierungen durch eine Wintervogelzählung Januar 2011 und eine Eulenkartierung im März 2011.

 

Die Kriterien der Roten Liste Baden-Württembergs für die Häufigkeit / Seltenheit einer Art konnten nicht einfach übernommen werden, weil die Fläche Esslingens dafür zu klein ist. Eine Art gilt in Baden-Württemberg als häufig, wenn mindestens 1000 Brutpaare vorhanden sind. Würde man dies auf die Fläche Esslingens umrechnen, würde eine Art mit 0,3 Brutpaaren als häufig gelten; faktisch wäre diese Art aber in Esslingen ausgestorben. Deshalb gilt für die Rote Liste Esslingens eine Art mit 20 nachgewiesenen Brutpaaren als häufig. Hier mussten also neue Wege gegangen werden.

 

 

 

Bei der Kartierung 2010 in Esslingen neu nachgewiesen:

 

Misteldrossel

 

 

 

 

 






Foto:R. Jürgens

 

Bei beiden Kartierungen wurden insgesamt jeweils 71 Brutvogelarten erfasst. Innerhalb dieser Vogelarten gab es jedoch große Veränderungen: Acht Arten sind zwischen 1995 und 2010 in Esslingens Außenbereich ausgestorben, acht Arten wurden neu nachgewiesen. Eine Art davon, der Wanderfalke, hat allerdings 2013 und 2014 nicht mehr in Esslingen gebrütet. 2015 gab es einen fehlgeschlagenen Brutversuch durch ein einzelnes Weibchen (siehe Seite "Wanderfalken").

 

In der nachstehenden Tabelle finden Sie den Grad der Häufigkeit der Brutvogelarten in Esslingen, Stand 2010:


sehr häufig   (= mehr als 100 Brutpaare)

  8 Arten

häufig          (= 21 bis 100 Brutpaare)

15 Arten

selten           (= 6 bis 20 Brutpaare)

15 Arten

sehr selten   (= 1 bis 5 Brutpaare)

33 Arten

ausgestorben in Esslingen zwischen 1995 und 2010:

  8 Arten

 

In Esslingen vom Aussterben bedroht:

 

Gebirgsstelze

 

 

 

 

 

 

 




Foto: Olaf Rambow



Zwischen beiden Kartierungen ergaben sich auch große Unterschiede im Bestand, also der Individuenzahl der einzelnen Arten:

 

Bestandszunahme über 50 %

24 Arten

z. B. Kohlmeise: + 211 %

Bestandszunahme zwischen 20 und 50 %

  7 Arten

z. B. Rotkehlchen: + 33 %

Bestand weitgehend stabil geblieben

  9 Arten

z. B. Grünfink

Bestandsabnahme zwischen 20 und 50 %

11 Arten

z. B. Grauspecht: - 40 %,

vom Aussterben bedroht

Bestandsabnahme über 50 %

  9 Arten

z. B. Feldlerche: - 91 %,

vom Aussterben bedroht

ausgestorben in Esslingen zwischen 1995 und 2010:

  8 Arten

z. B. Trauerschnäpper

 


 


Bestand weitgehend stabil geblieben:


Grünfink







Foto: NABU

 


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