Stunde der Gartenvögel 2019

Rekordergebnis

Über 76.000 Vogelfreunde/innen haben sich an der diesjährigen Mit-mach-Aktion des NABU und seines bayerischen Partners LBV beteiligt – so viele wie nie zuvor! Aus über 51.000 Gärten in ganz Deutschland wurden 1,6 Millionen Vögel gemeldet. Mit im Schnitt 32 Vögel/Garten und 11 Vogelarten/Garten liegen die Ergebnisse im Bereich des langjährigen Mittels.

In Esslingen haben mit 357 Naturliebhabern nur etwas weniger als vergangenes Jahr mitgemacht und in 251 Gärten/Balkonen/Parks nach Vögeln Ausschau gehalten. 

 

And the winner is…

Die ersten drei Spitzenplätze der Rangliste 2019 für das gesamte Bundesgebiet nehmen wie schon seit längerem

Haussperling (270.497 Vögel),

Amsel (152.322 Vögel) und

Kohlmeise (146.986 Vögel) ein.

 

Der deutliche Sieger Spatz wie auch sein Cousin der Feldsperling scheinen vom trockenen und warmen Sommer 2018 profitiert zu haben. Ihr Bestand ist seit letztem Jahr um 6% bzw. 7% gestiegen. Erfreulich für die beiden munteren Gesellen, standen sie in den Jahrzehnten vor Beginn der NABU-Zählaktion doch schon auf der Vorwarnkategorie der Roten Liste deutscher Brutvogelarten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Spatz erzielte 2019 sein bestes Ergebnis in

15 Jahren „Stunde der Gartenvögel“.

(Foto: Minden Pictures/Arco Images/

Vammen/NiS)

 

Amsel bereitet Sorgen

Trotz ihres guten 2. Platzes muss der Amsel-Bestand als kritisch betrachtet werden. Mit nur 2,95 Tieren/Garten ist es ihr schlechtestes Ergebnis, -10% weniger als im vergangenen Jahr. Mit verantwortlich für ihren stetigen Rückgang scheint das 2011 ausgebrochene Usutu-Virus zu sein: In Regionen, in denen das Virus nachgewiesen werden konnte, ist ein besonders hoher Rückgang zu verzeichnen.

Eine am Usutu-Virus erkrankte Amsel.

(Foto: M. Beusch)

Auch der trockene Sommer 2018 könnte ihr als Würmer- und Schneckenfresser zu schaffen gemacht haben

 

In Esslingen ging der Bestand der Amsel sogar um -26% zurück und ist mit diesem dramatischen Ergebnis hinter die Kohlmeise auf Platz 3 gerutscht. Spitzenreiter ist in Esslingen trotz eines leichten Rückganges um -8% auch der Haussperling, der in 72,11% aller Gärten anzutreffen ist. Auf Platz 2 folgt ihm mit unverändertem Bestand (insgesamt 661 Tiere) die Kohlmeise. 

 

Platz 4 bis 7 unverändert

In der Reihenfolge der Vogelarten Platz 4 bis 7 gab es keine Veränderungen zum Vorjahr. Mit insgesamt 126.129 Tieren liegt der Star deutschlandweit auf Platz 4, gefolgt vom Feldsperling (118.192 Tiere) auf dem erfreulichen 5. Platz. Auf Platz 6 befindet sich die kleine Blaumeise (113.824 Tiere) und auf Platz 7 die Elster (-3%).

 

In Esslingen liegen die gleichen Vogelarten auf Platz 4 bis 7, nur in anderer Reihenfolge: Platz 4 geht hier an die Blaumeise, die mit +18% deutlich zugenommen hat. Der Star auf Platz 5 hat seinen Bestand kaum verändert und kommt in 40,64% der Gärten vor. Der Bestand des Feldsperlings hat in Esslingen sogar um fast ein Viertel zum Vorjahr zugenommen und hat sich von Platz 8 (2018) auf Platz 6 vorgearbeitet. Den 7. Platz nimmt die keckernde Elster ein, trotz eines leichten Rückgangs um -13%.   

 

In der Rangliste 2019 für Deutschland folgen auf Platz 8 die Ringeltaube (-6%), Platz 9 geht an den Grünfink (-2%) und der Buchfink (+1%) findet sich auf Platz 10.

 

Negativtrend für Insektenfresser setzt sich fort

Rauchschwalbe: Auch die Rauchschwalbe gehört weiterhin zu den Sorgenvögeln. (Foto: I. Ludwichowsky)

Zaunkönig: Als insektenfressender Gartenvogel ist auch beim Zaunkönig ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. In Esslingen ist der Bestand des stimmgewaltigen Sängers um -66% eingebrochen. (Foto: M. Delpho)

 

Der stetige Rückgang an Gartenvögeln, die sich von Insekten ernähren, zeigt sich leider auch in diesem Jahr. Bundesweit haben unsere kleinen Flugkünstler stark abgenommen, Mehlschwalbe um -29%, Mauersegler um -37% und auch die Rauchschwalbe um -22%! Damit hat der Mauersegler seit Beginn der „Stunde der Gartenvögel“ im Jahr 2005 um -7% pro Jahr abgenommen, die Mehlschwalbe um -5%/Jahr und die Rauchschwalbe um -4%/Jahr. Aber auch die Insektenfresser Mönchsgrasmücke, Zaunkönig und Zilpzalp leiden sichtbar unter dem Insektenschwund.

 

In Esslingen zeigt sich glücklicherweise ein anderes Bild. Hier hat die Mehlschwalbe um tolle 57% zum Vorjahr zugenommen und liegt auf Platz 8. Der Mauersegler hatte 2019 sein bestes Ergebnis seit 2011, der Bestand hat um 42% zugenommen (Platz 9). Auch die Rauchschwalbe wurde in Esslingen deutlich mehr gezählt (+68%).

Platz 10 geht in Esslingen an die Rabenkrähe.

 

Heimliche Gewinner

Vom milden Winter scheint das Rotkehlchen profitiert zu haben, sein Bestand hat in Deutschland um +21% zugenommen. Der am Boden Insekten jagende Vogel liegt in Deutschland auf Platz 11 (54,68% aller Gärten). In Esslingen nimmt das Rotkehlchen Platz 14 ein, war hier aber kaum häufiger anzutreffen als 2018.  

 

 

Bundesweit hat der Bestand des Vogel des Jahres 1992,

das Rotkehlchen endlich wieder zugenommen.

(Foto: M. Schäf)

Deutlich öfters gezählt wurde bei uns dagegen die Goldammer, ihr Bestand hat um über 100% zugenommen (Platz 30). Auch im gesamten Bundesgebiet hat die Goldammer um +19% zugenommen.

 

Leicht erholt hat sich in Esslingen der Hausrotschwanz, der hier 2018 stark zurückgegangen war. Sein Bestand hat sich um +42% verbessert.

 

Die gesamte Auswertung der „Stunde der Gartenvögel 2019“ mit ausführlicher Statistik finden Sie auf der Homepage des NABU Dachverbandes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Esslingen wurden über 50% weniger Turmfalken gezählt als 2018.

(Foto: T. Munk)

 

 

15 Jahre Stunde der Gartenvögel

Mit diesem Jahr liegen dem NABU jetzt 15 Jahre „Stunde der Gartenvögel“ vor und NABU Forscher konnten aus den gesammelten Daten erste aussagekräftige Ergebnisse berechnen. So beträgt die Gesamtzahl der Gartenvögel in einem durchschnittlichen Garten etwa 35 Individuen von 12 verschiedenen Vogelarten.

 

Die ausführliche Broschüre und anschauliche Grafiken finden Sie ebenfalls auf der Homepage des NABU Dachverbandes

Vogel des jahres 2019

Feldlerche  Foto NABU/Delpho
Feldlerche Foto NABU/Delpho

NABU ES Programm 2019

NABU ES Programm 2019.pdf
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