Amphibienarten im Palmenwald

 

 

Die Erdkröte (Bufo bufo)

 

lebt vorwiegend im Wald, kommt aber auch auf Wiesen und Feldern, in Gärten und Parks vor. Sie ist im allgemeinen nachtaktiv und versteckt sich tagsüber gern unter Totholz und Steinen. Sie überwintert in Erdhöhlen.

Bei Gefahr blähen sich Erdkröten auf und scheiden giftige Sekrete aus Haut und Ohrdrüsen ab. Krötensammler mit empfindlichen Händen fassen Erdkröten am besten nur mit Handschuhen an. Die Haut ist für Amphibien ein besonders wichtiges Organ. Durch sie nehmen sie Flüssigkeit ebenso wie Mineralien auf, geben aber auch Abfallstoffe ab. Sie atmen sogar über die Haut.

 

Nahrung: Insekten, Spinnen, Würmer und Nacktschnecken. Eine Erdkröte im Garten ist eine wirksame Waffe gegen Pflanzenschädlinge.

 


Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Erdkrötenpaar

 


Feinde: Iltis, Ringelnatter, Krähen, Graureiher. Wir beobachteten auch in einigen Jahren einen Mäusebussard, der auf einem Laternenpfahl neben dem Fischteich saß und wandernde Erdkröten frühstückte. Schlimm für die Kröten sind die parasitischen Krötenfliegen. Deren Larven wandern über die Nase bis ins Gehirn der Kröten, zerstören Schleimhäute und Knochensubstanz und bringen den befallenen Kröten den Tod. Auch Hautpilzerkrankungen können sich zur Epidemie auswachsen und viele Kröten töten, so der erst 1998 entdeckte Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis, kurz: BD), der als Mitverursacher des weltweiten Amphibiensterbens gilt.

 

 

Laichzeit: März / April  (sobald die Temperatur nachts auf ca. 5 Grad steigt, beginnt die Wanderung). Besonders in Regennächten wandern sie in Massen über die Straßen; zur Laichzeit sind sie aber auch tagaktiv. Die deutlich größeren Weibchen (bis 11 cm Körperlänge) tragen bei der Wanderung die kleineren Männchen auf dem Rücken. Sie werden erst mit 3 bis 5 Jahren geschlechtsreif und laichen in der Regel nur jedes zweite Jahr ab. Zur Paarungszeit haben die Männchen schwarze Hornschwielen an den Innenseiten der Vorderfüße, mit denen sie sich am Weibchen festhalten können. Schallblasen haben Erdkröten nicht. Ist das Paar im Wasser angekommen, stürzen sich nicht selten mehrere unverpaarte Männchen auf sie. Es kann dann passieren, dass das Weibchen unter Wasser gedrückt wird und ertrinkt.

 


 

Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Erdkrötenklumpen


Die meisten Erdkröten kehren zum Laichen immer wieder in ihr Geburtsgewässer zurück und wandern dazu bis zu drei Kilometer weit. Sie marschieren selbst dann Jahr für Jahr unbeirrt zu der Stelle, wenn das Gewässer schon verschwunden ist. Einige Erdkröten aus dem Palmenwald landen auf dem Gelände des Neckarcenters, weit ab vom Fischteich. Vor einigen Jahrzehnten, als das Neckartal noch nicht eng bebaut war, gab es dort vermutlich Teiche und Tümpel. Erdkröten können bis zu 40 Jahre alt werden. Nur wenige Tiere erreichen aber ein derart hohes Alter.

 

Laichgewässer:  Seen, Weiher, Fischteiche, aber auch Flüsse und Bäche. Das Wasser muss tief genug sein und Wasserpflanzen enthalten, um die sie ihre Laichschnüre wickeln können, die drei bis fünf Meter lang werden und 3000 bis 8000 Eier enthalten können. Die schwarzen Kaulquappen schlüpfen nach 2 bis 3 Wochen. Ihre Haut enthält Bitterstoffe; sie werden deshalb von den meisten Fischen nicht gefressen und können sich deshalb auch in Fischteichen entwickeln. Die Fische dezimieren zudem ihre Nahrungskonkurrenten (Froschlaich und –kaulquappen) und teilweise auch Fressfeinde der Jungkröten (räuberische Insektenlarven). Nach zwei bis drei Monaten verwandeln sich die Kaulquappen in Jungkröten, die ca. 1 cm klein sind und nun das Wasser verlassen. Die jungen Kröten sind auch tagaktiv und ernähren sich von Milben, Ameisen und Springschwänzen.

 

 


Der Grasfrosch (Rana temporaria)

 

Lebensraum: Wald, Wiesen, Gewässerufer, Gärten, Parks. Etwa 9 cm groß.

Laichzeit: März / April, meist noch ein paar Tage vor der Erdkröte. Sogenannter Explosivlaicher, d. h. innerhalb von 2 bis 3 Tagen laichen sämtliche Grasfrösche ab. Laichgewässer: auch kleine, flache Teiche und größere Pfützen. Paarungsruf: dumpf-knurrend, leise. Auch beim Grasfrosch klammert sich das Männchen an das Weibchen.

 

 

Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Grasfrosch-Paar

 


Die Färbung kann sehr stark variieren. Der dunkelbraune Schläfenfleck hinter dem Auge ist aber typisch für Grasfrösche.

 

Grasfrösche kommen im Gegensatz zu den Erdkröten mit relativ flachen Pfützen aus, in die sie ein bis zwei große Laichballen (pro Ballen ca. 1.000 bis 4.000 Eier) ablegen. Die Ballen wirken wie eine Ansammlung von Blasen mit einem dunklen Punkt in der Mitte jeder Blase. Der gesamte Laich stirbt allerdings ab, wenn die Tümpel und Pfützen verlanden oder vor dem Ende der Kaulquappen-Entwicklung zum Frosch austrocknen. Fische und Enten fressen Froschlaich. Für die Grasfrösche im Palmenwald gibt es einige flache Laichgewässer im Wald, die vor Jahren schon von Herrn Brünner sen. angelegt wurden.

Die Kaulquappen schlüpfen nach 2 bis 3 Wochen und wandeln sich 2 bis 3 Monate später in kleine, 1 bis 1 ½ cm große Frösche um.

 


Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Froschlaich


Ein besonderer Fund war 2013 der Springfrosch (Rana dalmatina), der sich vom Grasfrosch durch seine langen Hinterbeine unterscheidet. Er hat keine Schallblase und heftet seinen Laichballen unter Wasser an Äste oder Wasserpflanzen.

 

 


Der Feuersalamander (Salamandra salamandra)

 

Lebensraum: Feuchte, kühle Laubmischwälder, oft in der Nähe von Bächen, auch auf Streuobstwiesen und Viehweiden.

 


 

Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Feuersalamander Nominatform
(Salamandra salamandra salamandra)

 


Der Feuersalamander ist überwiegend nachtaktiv und versteckt sich tagsüber unter Steinen und Totholz. Er wird etwa 14 bis 18 cm lang und kann 10 bis 15 Jahre alt werden. Tiere im Terrarium erreichten sogar 50 Jahre. Seine Haut ist stark giftig; seine auffallende schwarz-gelbe Färbung signalisiert dies eventuellen Fressfeinden. Neben der Nominatform Salamandra salamandra salamandra, die gelb gefleckt ist, finden wir im Palmenwald die Form Salamandra salamandra terrestris, die gelbe Streifen trägt.

 


 

Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Feuersalamander: Form Salamandra salamandra terrestris

 


Nahrung: Schnecken, Spinnen, Tausendfüßler, Käfer, Regenwürmer.

Fortpflanzung: Von März bis September paaren sich die Feuersalamander an Land. Das Männchen schiebt sich unter das Weibchen, umklammert dessen Vorderbeine und setzt seinen Samen auf dem Boden ab. Das Weibchen nimmt den Samenträger (die Spermatophore) mit der Kloake auf. Die Befruchtung findet im Körper statt und die Larven entwickeln sich zunächst im Mutterleib (Tragzeit: etwa 8 Monate). Im Frühjahr werden 10 bis 80 Larven in der Stillwasserzone eines kühlen, schattigen Bachs, der keine Fische hat, oder in Flachwasserbereichen von Teichen und Seen abgesetzt. Die kleinen Larven sind zunächst kaum länger als 2 cm.

 


 

Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Die Larve des Feuersalamanders lebt im Wasser

 

 


Der Bergmolch (Triturus alpestris)

Lebensraum: Feuchte, kühle Laubmischwälder, auch in Gärten. Bevorzugt im Berg- und Hügelland. Zur Paarungszeit in Teichen und kleinen Gewässern, auch in Radspuren mit Regenwasser. Überwintert in Erdhöhlen an Land (in großer Zahl), seltener in Gewässern.

Nachtaktiv, während der Paarungszeit auch tagsüber zu sehen.

Die Männchen sind 8 bis 9 cm, die Weibchen 10 bis 12 cm lang.

 


 

Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Bergmolch-Paar:
links das Weibchen (dunkel), rechts das Männchen (blau)

 


Fortpflanzung: Etwa Ende Februar bis Juni werben oft mehrere Männchen um ein Weibchen. Dabei fächeln die Männchen den Weibchen Duftstoffe zu und verfolgen es, bis es sich durch eine leichte Berührung des Männchens paarungswillig zeigt. Die Paarung und Befruchtung ist der des Feuersalamanders gleich, findet aber im Wasser statt; die Spermatophore wird auf dem Grund des Gewässers abgesetzt und dort vom Weibchen aufgenommen. Im Verlauf von mehreren Wochen legt das Weibchen bis zu 250 Eier, die einzeln an Wasserpflanzen geheftet werden. Nach 2 bis 3 Wochen schlüpfen die Larven, die weitere 3 Monate brauchen, bis sie sich in Molche verwandeln.


Beide Geschlechter sind während der Balz prächtig gefärbt, besonders das Männchen; das Weibchen ist an der Oberseite bräunlicher. Das Männchen trägt einen Rückenkamm, den es verliert, wenn es nach der Balz wieder an Land geht. Die Landtracht ist unauffälliger.

 


Für die Informationen wurde folgende Literatur genutzt:

Axel Kwet, Reptilien und Amphibien Europas; Kosmos-Naturführer, Stuttgart 2005

Friedo Berninghausen, Welche Kaulquappe ist das? Der wasserfeste Amphibienführer,7. Aufl. 2003, Kosmos Vlg. Stuttgart

Vogel des jahres 2017

Waldkauz Vogel des Jahres 2017
Waldkauz Foto:Bosch/NABU

NABU ES Programm 2017

Programm 2017.pdf
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