Verkehrstod

 

 

Der Straßenverkehr ist neben der Vernichtung ihrer Lebensräume der Hauptgrund für den dramatischen Rückgang der meisten einheimischen Amphibienarten. Dabei sterben nicht nur die Tiere, die direkt von den Rädern überrollt werden, sondern durch den Strömungsdruck auch die Amphibien, die zwischen die Räder geraten.

 

 

Wir bitten daher alle Autofahrer, zur Zeit der Krötenwanderung auf den Straßen-abschnitten, auf denen Kröten unterwegs sind, möglichst Schritt zu fahren - auf keinen Fall aber schneller als 30 km/h!

 

 

 

Auch in Esslingen-Weil werden viele Erdkröten überfahren. Unsere Helfer ärgern sich oft über rücksichtslose Autofahrer, die noch nicht einmal langsamer fahren, wenn sie auf der Straße Kinder sehen, die gerade mit ihrem Kröteneimer die Straße überqueren. Auch die meisten Busfahrer sehen anscheinend keine Notwendigkeit, ihre Geschwindigkeit zu drosseln. Es gibt aber unter den Busfahrern Ausnahmen, die man nicht genug loben kann: Einige wenige halten nicht nur für die Krötensammler, sondern auch für die Kröten an und warten, bis die Tiere die Straße überquert haben.

 

 

Foto: V. Schneider
Foto: V. Schneider

Überfahrene Erdkröte

 

 


Vor einigen Jahren fand Prof. Dietrich Hummel von der Universität Braunschweig in Windkanaltests heraus, dass der von Autos auf der Straße erzeugte so genannte Strömungsdruck Amphibien auch ohne Direktkontakt töten kann.

 

Professor Hummel sagte in einem Interview: "Vor dem Auto baut sich ein Überdruck auf, ein paar Zentimeter vor der Stoßstange ist er am größten. Unter dem Auto dagegen entsteht ein Unterdruck. Fährt das Auto über die Kröte hinweg, so ist das Tier dieser Druckverteilung ausgesetzt. Die Drücke wachsen mit dem Quadrat der Fahrgeschwindigkeit an, und sie nehmen an Heftigkeit und natürlich auch an Plötzlichkeit enorm zu. Ob die Kröten jetzt an der Stärke des Drucks oder eher an der Ruckartigkeit sterben, wäre noch zu erforschen. Die Frage ist aber eher müßig, denn fest steht: Schon bei Überfahrtempo 50 haben die Kröten kaum eine Überlebenschance." Er meint, dass bei Tempo 30 viele Kröten noch überleben würden.

 

Laut Professor Hummel spielt auch der Autotyp eine Rolle: "Es gibt zwar Unterschiede zwischen den Fahrzeugtypen, also mehr und weniger krötenfreundliche Autos. Ganz schlimm sind niedrig liegende Sportwagen, da möchte ich keine Kröte sein. Aber die einzige Maßnahme, die sicher hilft, ist langsamer zu fahren."  

Also: Je größer die Geschwindigkeit der Autos, desto stärker der Druck. Die Kröten und Frösche erleiden innere Verletzungen. Typisches Zeichen ist die aus dem Maul heraushängende Zunge, oft zusammen mit anderen Organen wie der Lunge. Dazu kommen aufgeblähte Körperstellen, vor allem auf dem Rücken.

 


Foto: U. Binder
Foto: U. Binder

Aufgeblähte tote Erdkröte

 

 


Vogel des jahres 2017

Waldkauz Vogel des Jahres 2017
Waldkauz Foto:Bosch/NABU

NABU ES Programm 2017

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Esslinger Wanderfalken 2010
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